60 Jahre nach den Korsand-Verbrechen

Im Rahmen der Veranstaltungen zum Kriegsende vor 60 Jahren war an unserer Schule eine Ausstellung über das so genannte Kornsand-Verbrechen zu sehen. Am 21. März 2005 jährte sich zum 60. Mal die Ermordung von 6 Niersteiner und Oppenheimer Bürgerinnen und Bürgern auf dem rheinhessischen Kornsand am Rhein, heute Teil der Gemeinde Trebur.

Die Morde, zwei Tage vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen, waren viele Verbrechen der letzten Tage des Nationalsozialis-mus blanke Gewalt von örtlichen Nazi-Funktionären an politischen Gegnern und Missliebigen, die unmittelbar vor dem Eintreffen der alliierten Truppen "beseitigt" werden sollten.

Um insbesondere auch jüngeren Menschen über die Ereignisse auf dem Kornsand zu informieren, entschloss sich die Gemeinde Trebur eine Ausstellung zu erarbeiten, die neben der Lebensgeschichten der Opfer, die Schilderung der Taten und die Verurteilung der Täter darstellt. Eine eindrucksvolle Inszenierung durch Mitglieder der Schauspielschule Mainz beeindruckte auch unsere 9. und 10. Klassen in der Aula. Die jungen Schauspieler zitierten stellvertretend für die Opfer deren Obduktionsbericht.

Die Kornsand-Verbrechen machen klar: "Faschismus beginnt beim Wegschauen". Einer hat gehetzt, einer gerichtet, einer geschossen - und 35 haben weggeschaut.

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