Besichtigung des jüdischen Friedhofs

Im letzten Schuljahr ging die damalige Klasse 6f unter der Aufsicht von Frau Grieshober-Treber zum jüdischen Friedhof in Groß-Gerau. Dieser liegt neben dem Freibad in Groß-Gerau. Dort angekommen öffnete Herr Vorndran, der uns bereits erwartete und der als einziger Lehrer den Schlüssel hat, das verschlossene Tor. Vor dem Friedhof ist ein Stein mit einer Botschaft an die Lebenden und zum Gedenken an die Toten.

Herr Vorndran erklärte uns einige Bräuche und Verhaltensregeln und dann durften wir uns selbstständig auf dem Friedhof umschauen. Es gab verschiedene Gräber: neue, alte, kaputte, ganze, mit deutscher und hebräischer Inschrift. Auf vielen Gräbern waren einige Symbole.

Unsere Aufgabe war herauszufinden, welches das älteste, das jüngste und das zweitjüngste Grab ist. Das älteste ist von 1830 und das neueste von 1996. Hier liegt Herr Ludwig Goldberger begraben, der als einziger aus dem Konzentrationslager nach Groß-Gerau zurück gekommen ist. Die Gräber waren zum größten Teil aus Sandstein, deshalb waren öfters auch Schichten abgebröckelt. Bei den gut erhaltenen und bei den neueren Gräbern kann man auch Bilder sehen. Ein paar typische Symbole für jüdische Gräber sind der Davidstern, ein Horn, oder Hände, die mit der Handfläche nach vorne zeigen. Bei manchen Doppelgräbern ist die zweite Seite des Grabsteins nicht beschrieben, da der Partner das KZ nicht überlebt hat oder nicht mehr gefunden wurde.

Seit dem Tod von Herrn Goldberger hat die Stadtverwaltung die Pflege des Friedhofs übernommen, da er der letzte jüdische Mitbürger war. Die Besichtigung war sehr beeindruckend und auch das was wir über das Leben der jüdischen Gemeinde in Groß-Gerau erfahren haben.

Anika Klier, Jessica Jäger, Heiko Fischer