Eine Delegation aus Nicaragua besucht die Martin-Buber-Schule

Masatepe, eine Stadt, von der noch keiner der Schüler etwas gehört hatte, und auch von dem Land Nicaragua, in dem diese Stadt liegt und das als das ärmste Land Mittelamerikas gilt, kannten die meisten bestenfalls den Namen. Und doch besteht seit 10 Jahren eine intensive Freundschaft zwischen dem Kreis Groß Gerau und der Stadt und Umgebung von Masatepe. Aus Anlass dieser 10-jährigen Freundschaft weilte eine 7-köpfige Delegation mit dem Bürgermeister Jose Calero Sequeira und anderen Persönlichkeiten aus Masatepe für knapp zwei Wochen in Groß Gerau. Sie hatten ein intensives Besuchsprogramm mit Empfang beim Landrat Enno Siehr und beim Bürgermeister Klaus Kinkel, und am 14.7. kam die Delegation zu einem Besuch in die Martin-Buber-Schule.

Um unseren Schülern einen Eindruck von Masatepe zu vermitteln, wurde der Besuch durch einen sehr informativen Dia-Vortrag des Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Martin Kessel über diese Stadt und das Leben der Menschen dort vorbereitet. Am Besuchstag selbst wurde die Delegation zunächst von Schulleitung, einigen Lehrern und Frau Götz als Elternvertreterin empfangen und über die Martin-Buber-Schule informiert. Da in dieser Woche gerade die Probe-Projektprüfung der 8. Klassen stattfand, nahmen wir die Nicaraguaner einfach mit in diesen Jahrgang. Sie waren von dem, was sie dort sahen und miterleben konnten, richtig begeistert. Schüler, die in Klassenzimmern und Fluren in Gruppen selbständig und intensiv arbeiteten, Vulkane gebaut hatten, naturwissenschaftliche Versuche ausprobierten, Texte erarbeiteten, Vorträge probten, mit Lehrern als Berater dazwischen -solche Unterrichtsformen kannten sie nicht. In Nicaragua, so berichteten sie, ist der Unterricht noch sehr traditionell.

Bei der anschließenden sehr lebhaften Diskussion mit Schülern der 9. Klassen wurde sehr deutlich, wie hilfreich und wertvoll Entwicklungshilfe sein kann. Das gesamte Stromleitungsnetz in Masatepe und Umgebung mit immerhin 60 000 Einwohnern wurde mit Spenden aufgebaut, die von dem hiesigen "Partnerschaftsverein Kreis Groß-Gerau - Masatepe" aufgebracht wurden, hinzu kommen ein Teil der Wasserleitung des Ortes, Straßen, die Unterstützung des Gesundheitszentrums und von Schulen. Die Grundschule mit dem Namen "Groß-Gerau" wurde komplett mit Hilfsgeldern des Vereins errichtet. Für unsere Verhältnisse sind die aufgewendeten Mittel gering, in Nicaragua haben sie, ergänzt durch Arbeitsleistungen vor Ort, eine Menge bewirkt.

Die Besucher waren von dem großen Interesse und der intensiven Diskussion sehr angetan und sie bedankten sich sehr herzlich. Sie verabschiedeten sich mit der Hoffnung, dass zwischen Schülern oder Schülergruppen unserer Schule und einer Schule in Masatepe Kontakte entstehen könnten. Welche Schülerinnen und Schüler, welche Klasse möchte die Initiative ergreifen, Briefe schreiben, Kontakt aufnehmen?
MBS