Judenverfolgung durch die Jahrhunderte

Judenverfolgung: jeder kann sich unter diesem Begriff etwas vorstellen. Fast jeder weiss, dass im Nationalsozialismus Juden ermordet wurden. Doch fast keiner weiss, dass die Judenverfolgung schon viel früher begann. Im Religionsunterricht haben wir uns darüber informiert.

Schon im Jahre 250 n.Chr. sagte ein Bischof den Satz, dass der jüdische Glauben mehr und mehr abnehmen wird und von dem christlichen Glauben verdrängt werden wird. Er meinte damit, dass die Juden überflüssig seien.

Im 11. bis 13. Jahrhundert zogen Kreuzfahrer auf dem Weg nach Jerusalem durch Deutschland und Europa - plünderten die Juden aus und steckten deren Häuser an. Auf diese Weise wurden beispielsweise die jüdischen Gemeinden von Worms, Speyer, Mainz und Köln vernichtet. Im 14./15. Jahrhundert suchten die Christen Sündenböcke für die Pest oder irgendwelche Brände. Da wurden dann die Juden solange gequält, bis man ein Geständnis hörte. Die meisten wurden zu Tode gequält, denn was sollten die Juden auch gestehen? Sie hatten ja nichts getan.

Für Juden waren im Mittelalter fast alle Berufe verboten, nur mit Geld durften sie handeln. Auch Nichtjuden liehen sich bei Juden Geld. Doch anstatt es zurück zu zahlen, plünderten sie die Juden aus oder brachten sie sogar um, dann so waren sie ihre Schulden los.

Juden wurden bis aufs Äußerste gedemütigt. Ein Beispiel : Auf einem Bild aus dem 15. Jahrhundert werden Juden mit einem Schwein verglichen. Es sieht so aus, als ob die Juden mit dem Schwein ein Fest feiern würden. Dies war nur eine der ziemlich vielen Demütigungen, die die Juden ertragen mussten. Die Vorstellungen der Christen über die Juden war völlig unglaublich.

Zwischen 1462 und 1796 durften die Juden in Frankfurt - wie auch in anderen Städten - nur in dem für sie bestimmten Stadtviertel, dem Getto, leben. Das haben die Fürsten und Bischöfe so bestimmt. Nur zu bestimmten Tageszeiten durften sie das Getto für ein paar Stunden verlassen. An christlichen Feiertagen, zum Beispiel an Karfreitag, Ostern und Weihnachten, warebn sie ganz in ihrem Getto eingesperrt.

Im Nationalsozialismus war der Höhepunkt der Judenverfolgung. 1933 kam Hitler an die Macht und damit stieg die Ausrottung der Juden ganz rapide an. Erst wurde den Juden alles verboten. Sie durften nicht mehr zur Schule gehen, sie durften keine Bücher mehr besitzen, sie durften in den meisten Geschäften nicht mehr einkaufen gehen. Doch damit nicht genug. Nach 1942 wurden die Juden in Konzentrationslager verschleppt und millionenfach fabrikmäßig ermordet. Die anderen arbeiteten sich zu Tode oder wurden umgebracht, wenn sie keine Kraft zum Arbeiten mehr hatten.

Nicht viel später waren Juden in Deutschland fast vollständig ausgerottet. Die meisten der Überlebenden waren ins Ausland geflüchtet und kamen nach Hitlers Tod wieder zurück nach Deutschland.

Das war ein kleiner Einblick in die Judenverfolgung durch die Jahrhunderte. Doch das unglaublichste bei diesen Sachen ist: Die Juden wurden von Christen verfolgt. Und Jesus, das Vorbild der Christen, war auch Jude. Das heißt, die Christen sahen auf der einen Seite zu einem Juden auf und beteten zu ihm. Aber auf der anderen Seite verfolgten sie Juden, quälten und töteten sie. Diesen Widerspruch kann man auf diesem Foto aus dem Jahr 1935 ablesen.
Jennifer Veith (10h), Stefanie Job (10g)